Am frühen Freitagmorgen wurde Succès Masra, ehemaliger Premierminister und Vorsitzender der oppositionellen Transformers-Partei, in seinem Haus im Bezirk Gassi der Hauptstadt N'Djamena festgenommen. Überwachungsaufnahmen zeigen, wie der prominente Politiker von einer Gruppe bewaffneter Männer abgeführt wurde. Die Festnahme steht im Zusammenhang mit tödlichen Zusammenstößen in der südwestlichen Region Logone-Occidental, bei denen mindestens 41 Menschen getötet und über 80 weitere festgenommen wurden.
Vorwurf: Anstiftung zum Hass
Staatsanwalt Oumar Mahamat Kedelaye erklärte, Masra werde verdächtigt, durch Aufrufe in sozialen Medien zu den gewaltsamen Auseinandersetzungen am Mittwoch beigetragen zu haben. „Es wurden Nachrichten verbreitet, die Menschen dazu aufforderten, sich gegen ihre Mitbürger zu bewaffnen“, sagte Kedelaye, ohne Details zu den Inhalten oder Masras direkter Beteiligung zu nennen. Die Unruhen wurden offenbar durch einen Landstreit zwischen Hirten und lokalen Gemeinschaften ausgelöst.
Partei spricht von „Entführung“
Die Transformers-Partei wies die Vorwürfe scharf zurück und bezeichnete die Festnahme als „Entführung“. Generalsekretär Dr. Tog-Yeum Nagorngar kritisierte, die Aktion sei „außerhalb jedes juristischen Verfahrens“ und unter Verletzung verfassungsmäßiger Rechte erfolgt. Die Partei, die sich für friedliches Engagement einsetzt, forderte Masras sofortige Freilassung und rief zu Besonnenheit auf.
Politische Spannungen im Fokus
Masra, ein entschiedener Kritiker von Präsident Mahamat Déby, erreichte bei den Wahlen 2024 den zweiten Platz. Seine Festnahme verschärft die politischen Spannungen im Tschad, wo Konflikte um Land und Ressourcen immer wieder zu Gewalt führen. Trotz der Vorwürfe hat Masra seine Anhänger zur Ruhe aufgerufen, um eine weitere Eskalation zu verhindern.
Die Ermittlungen der Behörden laufen, während die Transformers-Partei und Menschenrechtsgruppen die Vorgänge kritisch beobachten. Der Vorfall wirft erneut Fragen zur Meinungsfreiheit und politischen Repression im Tschad auf.
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