Montag, 19. Mai 2025

TPLF sieht Friedensprozess in Äthiopien durch Parteiverbot bedroht

Die Tigray People's Liberation Front (TPLF) hat scharfe Kritik am Entzug ihres Status als politische Partei geübt und warnt vor schwerwiegenden Folgen für den Friedensprozess in Äthiopien. In einem Schreiben an den Vorsitzenden der Kommission der Afrikanischen Union verurteilte die Partei die Entscheidung der äthiopischen Wahlkommission, ihre Aktivitäten zu verbieten.

Die TPLF, die von 1991 bis 2018 die Regierung Äthiopiens stellte, befindet sich seit Jahren in einer angespannten Beziehung zur Regierung von Premierminister Abiy Ahmed. Interne Konflikte innerhalb der Partei verschärfen die Lage zusätzlich. Nach Ansicht der TPLF stellt das Verbot eine „ernsthafte Bedrohung“ für das Friedensabkommen von 2022 dar, das in Pretoria, Südafrika, unterzeichnet wurde und den zweijährigen Krieg in der Region Tigray beendete.

Der Konflikt in Tigray, bei dem äthiopische Streitkräfte, unterstützt von lokalen Milizen und der eritreischen Armee, gegen TPLF-Rebellen kämpften, forderte einen hohen Preis: Zehntausende Menschen verloren ihr Leben, Millionen wurden vertrieben. Während der Auseinandersetzungen war Tigray von der Außenwelt abgeriegelt, humanitäre Hilfe wurde blockiert.

Die TPLF fordert nun internationale Unterstützung, um die Umsetzung des Friedensabkommens zu sichern und die politische Stabilität in Äthiopien zu gewährleisten. Die Regierung in Addis Abeba hat sich bisher nicht zu den jüngsten Vorwürfen geäußert. Die Entwicklung wird von Beobachtern mit Sorge verfolgt, da sie die fragile Lage in der Region weiter destabilisieren könnte.

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